Wie es heute läuft
- Die eine Aufnahme aus 2019 suchen, von der du weisst, dass sie irgendwo liegt — 40 Min
- Referenzen fürs Mastering vergleichen, bis das Ohr müde ist
- Stems aufräumen, Störgeräusche einzeln entfernen — 2 Std
- Beschreibungstexte, Pressetexte, Förderanträge: gefürchtet und aufgeschoben
Wie es danach läuft
- Eigene Bibliothek durchsuchbar nach Klang, nicht nur nach Dateinamen
- Aufräumarbeit, die früher Stunden brauchte, in Minuten
- Der Kopf bleibt frei für die Entscheidungen, die tatsächlich musikalisch sind
Was wir konkret bauen
1. Deinen Ablauf ehrlich aufteilen
Wir gehen deine Produktion durch und trennen zwei Sorten Arbeit: die, bei der du Entscheidungen triffst, und die, bei der du ausführst. KI kommt ausschliesslich an die zweite Sorte. Diese Trennung dauert eine Session und ist der wichtigste Teil des Ganzen.
2. Die Aufräumarbeit automatisieren
Stem-Trennung, Störgeräusche, Timing-Korrekturen, Dialog-Reinigung bei Video-Vertonungen. Hier sind die Werkzeuge inzwischen so gut, dass die Frage nicht mehr lautet, ob man sie nutzt, sondern welches für deine Art von Material.
3. Dein Archiv erschliessen
Die meisten Produzenten sitzen auf zehn Jahren Material, das sie nicht wiederfinden. Wir bauen einen Weg, dieses Archiv nach klanglichen Kriterien durchsuchbar zu machen — das ist genau die Aufgabe, an der ich bei meinem eigenen Unternehmen acht Jahre gearbeitet habe.
4. Alles um die Musik herum
Pressetexte, Förderanträge, Sync-Beschreibungen, Label-Kommunikation, Ankündigungen. Der Teil, den niemand machen will und der über Sichtbarkeit entscheidet. Hier gilt derselbe Stimmprofil-Ansatz wie bei der Content-Produktion.
Werkzeuge — und wo es nicht hilft
Für Stem-Trennung und Restauration gibt es inzwischen mehrere gute Optionen mit unterschiedlichen Stärken je nach Material — was für Schlagzeug funktioniert, ist für Gesang nicht automatisch die beste Wahl. Beim Mastering ist meine Haltung zurückhaltender als der Markt: Automatisches Mastering ist ein brauchbarer Ausgangspunkt und eine schlechte Endstation.
Wo es nicht hilft: Beim Schreiben von Musik. Generative Modelle können Material erzeugen, das nach etwas klingt — aber die Entscheidung, warum dieser Akkord und nicht der andere, ist der Beruf. Wer sie abgibt, gibt den Beruf ab. Das ist keine romantische Position, sondern eine praktische: Genau diese Entscheidung ist das, wofür Kunden zahlen.
Bei Musik geht es weniger um Datenschutz als um Rechte
Die entscheidenden Fragen sind hier andere: Welche Rechte behältst du an Material, das durch ein KI-Werkzeug gelaufen ist? Was steht in den Nutzungsbedingungen des Anbieters zur Verwendung deiner Uploads? Und was gilt, wenn du für einen Kunden produzierst, der davon nichts weiss? Diese Punkte gehen wir vor der ersten Session durch — sie sind branchenspezifisch und werden fast überall übersehen.
→ Wie wir Recht und KI zusammenbringen
Was das an Zeit bedeutet
Bei Aufräum- und Restaurationsarbeit sind 60 bis 80 Prozent realistisch — das ist der Bereich, in dem die Werkzeuge tatsächlich überlegen sind. Beim Rest der Produktion deutlich weniger, und das ist in Ordnung so. Wer dir 80 Prozent Zeitersparnis auf die gesamte Produktion verspricht, hat noch nie eine gemacht.
Häufige Fragen
Was qualifiziert dich für dieses Thema?
Ich habe seit 2013 ein Audio-KI-Unternehmen aufgebaut und nach acht Jahren verkauft — in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut, Elobyte und Ursa DSP. Davor stand ich international als Musiker auf der Bühne. Ich verkaufe hier keine Kurse über Werkzeuge, die ich aus YouTube kenne.
Nimmt KI Musikern die Arbeit weg?
In manchen Bereichen ja — Produktionsmusik, Hintergrundbetten, einfache Jingles stehen unter Druck, und das ehrlich zu benennen ist besser, als es wegzureden. In anderen Bereichen entsteht Nachfrage, weil Produktion billiger wird und mehr Projekte überhaupt möglich sind. Wer weiss, was seine tatsächliche Stärke ist, findet die Antwort schneller.
Kann ich KI-generiertes Material kommerziell nutzen?
Es kommt auf das Werkzeug an, und die Antworten unterscheiden sich erheblich. Manche Anbieter räumen volle kommerzielle Rechte ein, andere nur bei bestimmten Tarifen, wieder andere behalten sich Nutzungsrechte an deinem Output vor. Bei Sync- und Werbeaufträgen kommt oft die Anforderung des Auftraggebers dazu. Das gehört vor das Projekt, nicht danach.
Ist automatisches Mastering gut genug?
Für Demos, Referenzen und schnelle Abnahmen: ja, und deutlich besser als vor drei Jahren. Für eine Veröffentlichung, bei der die Klangsignatur Teil der Arbeit ist: nein. Es hört keinen Kontext — es kennt weder das Album noch die Absicht.
Bring einen Track mit, an dem du gerade sitzt
Im kostenlosen Erstgespräch gehen wir durch, an welchen Stellen deiner Produktion tatsächlich Zeit liegt — und an welchen nicht.